Die Logitech Harmony Ultimate One als Kreuzung aus traditionellen Fernbedienungen und der Steuerung via App

Mit der Logitech Harmony Ultimate One stellt Logitech ein weiteres Deluxe-Modell ihrer Harmony Universalfernbedienungen vor, welches nicht mehr nur über Hardware-Tasten, sondern nun zusätzlich auch über ein (kapazitives) Touch-Display verfügt.

Anmerkung:
Kapazitive Touch-Displays – die auch in Smartphones und Tablets zum Einsatz kommen – können nur mit bloßen Fingern, oder mit speziellen Eingabestiften benutzt werden können. Nicht aber mit herkömmlichen Eingabestiften, oder wenn man Handschuhe trägt.

Dieses Bedienkonzept soll den Komfort bei der Steuerung des hauseigenen TV-, Heimkino- oder gar Smart Home-Setups noch einmal spürbar steigern, unter anderem da sich die auf dem Display befindlichen Tasten und Aktionen konfigurieren und erweitern lassen. Ob sich dies in der Praxis als richtig erweist, erfahren sie im Folgenden.

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Mit dem (in dieser Abbildung noch abgeklebten, inaktiven) Farb-Touch-Display im oberen Bereich stellt die Logitech Harmony Ultimate One eine gelungene Mischung aus traditionellen Hardware-Fernbedienungen und modernen Smart Control Hubs dar.

Lieferumfang:

  • Logitech Harmony Ultimate One – Fernbedienung
  • Dockingstation (inkl. Netzteil) für das Laden in einer aufrechten Position
  • USB-Kabel (Micro-USB-Stecker) für die Konfiguration via PC oder Mac
  • Quick Start Anleitung, Garantiebestimmungen

Mehr Komfort durch zusätzliches Touch-Display

Was beim Blick auf die Logitech Harmony Ultimate One im Vergleich mit älteren Modellen der Harmony-Reihe als erstes ins Auge springt, ist das erwähnte Farb-Touch-Display in der oberen Hälfte der Fernbedienung.

Mit diesem kann man – je nachdem, wie man seinen Harmony Hub (die zentrale Steuerungseinheit der heutigen Universal-Fernbedienungen von Logitech) im Einzelnen konfiguriert hat – Teile, oder gar die komplette Steuerung zahlloser Geräte übernehmen. Im Grundzustand können über das Display aber auf jeden Fall bereits sämtliche Aktionen ausgelöst, einzelne Geräte gesteuert, sowie besagte Aktionen und Einstellungen bearbeitet werden.

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Bild-Quelle und Bild-Copyright: @ 2016 Logitech, https://support.myharmony.com/

Aktionen (englisch: activities), früher auch als Makros bekannt – dies sind bei den Logitech Harmony-Universal-Fernbedienungen Abfolgen von mehreren – auch geräteübergreifenden – Befehlen.

Zum Beispiel das Wechseln auf einen anderen Eingang am TV oder AV-Receiver, gefolgt vom Umschalten auf einen bestimmten Fernsehsender (die Kanalnummern können individuell bearbeitet werden), und abschließend das Ändern der Lautstärke am zuvor definierten Gerät (Fernseher, Heimkino-System, Soundbar etc.). Alles mit einem einzigen Tastendruck.

Beim Anlegen einer neuen Aktion kann man einerseits aus vielen vordefinierten Aktionen (Fernsehen, einen Film schauen, Playstation 4 spielen) auswählen, oder auch komplett eigene Aktionen anlegen und konfigurieren. Wie man der standardmäßig verfügbaren Aktion „Playstation 4 spielen“ bereits entnehmen kann: Auch diese lässt sich nun – dank Bluetooth-Tauglichkeit der Harmony Ultimate One – bedienen. Somit auch kompatibel sind z.B. das Amazon Fire TV und der Fire TV Stick.

Touch-Display kann nicht vollauf überzeugen

In der Praxis erweist sich das grundsätzliche Konzept mit dem zusätzlichen Touch-Display einerseits als gelungen und als klares Komfort-Plus im Vergleich mit den Harmony-Fernbedienungen ohne Display. Allerdings wird der Gesamteindruck an dieser Stelle ein wenig getrübt durch die leichte Trägheit des Displays. Zwar bewegen sich dessen Auflösung und Reaktionsgeschwindigkeit im Rahmen dieses Preissegments bei den Universalfernbedienungen. Wer in Bezug auf diesen Aspekt jedoch aktuelle iPhones oder iPads gewohnt ist, wird wahrscheinlich eher enttäuscht sein.

Großer Pluspunkt: Kein Computer erforderlich für Einrichtung und Konfiguration

Erfreulicherweise muss man für die Einrichtung der Logitech Harmony Ultimate One nicht zwingend einen Computer verwenden, sondern kann dies entweder an der Fernbedienung selbst vornehmen, oder auch via Smartphone- oder Tablet-App.

Verglichen mit der Einrichtung früherer Universalfernbedienungen, oder solchen aus dem unteren Preissegment ist dies ein deutlicher Pluspunkt bei der Einrichtung und somit beim allgemeinen Bedienkomfort.

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Bild-Quelle und Bild-Copyright: @ 2016 Logitech, https://support.myharmony.com/

Kostenlose Smartphone- und Tablet-Apps als (sehr gelungene) Alternative zur eigentlichen Fernbedienung

Neben der Bedienung der eingerichteten Geräte mit Hilfe der eigentlichen Universalfernbedienung hat man als Benutzer von Logitech’s Harmony Hub außerdem die Möglichkeit, die gratis zur Verfügung gestellten Apps zu verwenden. Diese gibt es für iOS und Android gleichermaßen. Sogar in dezidierten Smartphone – und Tablet-Versionen (iPhone- und iPad), was einen maximalen Bedienkomfort durch optimale Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Bildschirmgröße und Auflösung ermöglicht.

Diese Apps können sogar durchaus als vollwertiger „Ersatz“ statt der eigentlichen Universalfernbedienung betrachtet werden, man kann sie aber auch zusätzlich/parallel zu diesen, sozusagen als Zweit-Universalfernbedienung einsetzen. Oder für Momente, wenn die eigentliche Harmony-Fernbedienung gerade leer oder unauffindbar sein sollte. Ein Szenario, das den meisten von uns im Alltag durchaus bekannt sein dürfte.

Simple Einrichtung. Sehr guter Support von Logitech.

Sollten die jeweiligen On-Screen-Erklärungen beim Einrichten der Logitech Harmony Ultimate One dann doch einmal nicht ausreichen, so hilft der Blick auf die – übrigens sehr umfangreichen – Support-Seiten von Logitech.

Dort kann man neben einer Liste der kompatiblen Geräte auch einen detaillierten Guide für die Einrichtung zusätzlicher Geräte finden, für die es (noch) kein vorgefertigtes Profil innerhalb von Logitech’s Harmony-Universum gibt.

Mit anderen Worten:
Die allermeisten Geräte kann man bequem und schnell mit wenigen Klicks in sein Harmony-Setup aufnehmen, und muss eigentlich gar nichts mehr konfigurieren. Die restlichen Geräte bekommt man – dank entsprechender Vorsorge von Logitech – ebenfalls recht zügig in die eigenen Aktionen integriert, und erspart sich das lästige, umfangreiche Konfigurieren, respektive Tasten-Beibringen früherer Tage.

Ausgezeichnete Verarbeitung. Klasse Haptik.

Die Verarbeitung der Logitech Harmony Ultimate One ist tadellos und offenbart keinerlei Ungenauigkeiten bei den Passformen der Tasten, welche ihrerseits über einen angenehmen Druckpunkt verfügen. Dieser ist weder zu leicht, noch zu schwer und liefert ein gutes, haptisches Feedback bei der Betätigung der Hardware-Tasten.

Im Falle des Touch-Displays versucht Logitech die (naturgemäß) fehlende Haptik der dortigen, virtuellen Tasten an jene der Hardware-Tasten anzugleichen, indem man diese standardmäßig mit Vibrations-Feedback ausgestattet hat. Diese Vibration ist in unterschiedlichen Varianten verfügbar, wobei uns die Default-Variante „soft fizz“ am besten gefallen hat, da sie dem Gefühl eines echten Tastendrucks in unseren Augen am nächsten kommt. Sollte man sich an diesem Feature doch eher stören, so lässt sich die Vibration auch jederzeit in den – mit einem Klick erreichbaren – Einstellungen der Ultimate One (das „Burger-Icon“ in der rechten unteren Ecke des Displays) deaktivieren.

An sich perfekte Ergonomie, die einen kleinen Nachteil mit sich bringt.

Die Logitech Harmony Ultimate One liegt sehr gut in der Hand, was zum einen an ihrer gelungenen Größe liegt, die für große, kleine und mittelgroße Hände gleichermaßen gut geeignet ist. Zum anderen verfügt sie an der Unterseite über eine ergonomische Form und eine angenehme, samtartige Gummierung, die es zu einem echten Vergnügen machen, wenn man sie in der Hand hält.

Aus diesem – an sich – klaren Vorteil ergibt sich allerdings eine – zugegebenermaßen nicht für jedermann relevante – Kehrseite der Ergonomie-Medaille. Diese besteht darin, dass die Ultimate One nicht sonderlich gut geeignet ist, wenn man eine der äußeren Tasten betätigen möchte, ohne sie gleichzeitig auch in die Hand zu nehmen.

Durch ihre runde Formung an der Unterseite (ähnlich einem Schiffsrumpf) kippt sie nämlich relativ leicht zur Seite, wenn man z.B. die Lautstärke-Tasten unten links betätigen möchte, während die Ultimate One auf dem Couchtisch liegt. Dadurch wird es dann ziemlich schwierig, die anvisierte Taste auch wirklich zu betätigen, da die Ultimate One immer genug nachgibt, um den erstrebten Tastendruck zu „vermeiden“.

Die Logitech Harmony Ultimate One Universalfernbedienung.
Durch ihre ergonomisch geformte Unterseite liegt die Logitech Harmony Ultimate One einerseits sehr gut in der Hand, kippt aber auch schnell zur Seite, wenn sie auf einer festen Oberfläche liegt.

Dieser Aspekt mag auf den ersten Blick eher nebensächlich erscheinen. Wer sich aber öfter dabei ertappt, wie er nur kurz eine Taste seiner Fernbedienung drücken möchte, während diese auf dem Tisch, oder auf der Couch liegen bleibt, der könnte sich daran aber auf Dauer durchaus stören. Wir verbuchen dies letztendlich aber eher in der Kategorie „Jammern auf hohem Niveau“. Nicht zuletzt da sich die beiden Aspekte „perfekte Ergonomie“ und „perfekte Untergrund-Stabilität“ tendenziell eher gegenseitig ausschließen.

Durchdachte Details sorgen für mehr Komfort

Ein nettes Detail der Harmony Ultimate One ist übrigens die Tatsache, dass sich das Display und die Tastenbeleuchtung nach einer bestimmten Zeit ausschaltet, und beim Aufheben automatisch wieder einschaltet. Dies geschieht mit Hilfe eines Bewegungssensors im Inneren der Logitech Harmony Ultimate One, der auf schnelle Neigungs-Änderungen reagiert. Das schont nicht nur den Akku, sondern sorgt auch dafür, dass das Display und die Tastenbeleuchtung nicht dauerhaft stören, wenn man sich in einem abgedunkelten Raum befindet.

Die Logitech Harmony Ultimate One Universalfernbedienung.
Mit der Logitech Harmony Ultimate One macht Logitech nicht nur Hardware-seitig fast alles richtig. Sie überzeugt auch bei der Software, die viele kleine Details und Kniffe bedenkt und somit Problemen vorbeugt.

Intelligente Fragen der Software beim Einrichten und Konfigurieren

Sehr gelungen sind auch die zahllosen Konfigurationsmöglichkeiten, die einem – mit oder ohne Computer – als Benutzer zur Verfügung stehen. So lassen sich etwa auch solche Details einstellen wie die Frage, ob der Fernseher (oder der AV-Receiver) den HDMI-Eingang wechseln soll beim Umschalten von einer Aktion zur nächsten. Sowie – wenn dem so sein sollte – ob jener HDMI-Eingang mit der eigenen Benutzerführung des Fernsehers direkt (also mit einem einzigen Tastendruck) ansteuerbar ist, oder ob er z.B. ausschließlich durch sequentielles/menügeführtes Umschalten erreichbar ist.

Da diese Punkte auf jeden Fall zu klären sind, damit am Ende auch wirklich alles so funktioniert, wie man es sich vorstellt, werden einem vor dem Speichern einer neuen Aktion noch eben jene Fragen gestellt. Entsprechend der Antworten des Users erstellt der Harmony Hub anschließend die Aktion so, dass der Fernseher den richtigen HDMI-Eingang auf die richtige Art und Weise ansteuert, und unter dem Strich muss man dafür selbst  nur noch eine Taste auf einer Fernbedienung klicken.

Theoretisch kann man mit der Ultimate One auch Smart Home-Features nutzen, wie zum Beispiel über W-Lan steuerbare Lampen oder Heizungen. Dies haben wir im Rahmen unseres Reviews aber nicht getestet, sondern haben uns nur mit den Heimkino-Aspekten beschäftigt.

Die Logitech Harmony Ultimate One Universalfernbedienung.
Unter dem Strich bietet die Logitech Harmony Ultimate One zwar mehr Komfort als z.B. die kleine Smart Control Fernbedienung (rechts), über ein wirkliches Killer-Kaufargument verfügt sie für Besitzer dieser aber nicht.

Wann genau braucht man die Harmony Ultimate One?

Um diese Frage zu beantworten, haben wir die Vor- und Nachteile der Ultimate One abschließend gegenüber gestellt.

Auf der Haben-Seite befinden sich die positiven Aspekte wie Verarbeitung, Ergonomie und Design, sowie die einfache Einrichtung samt zahlreichen vordefinierten Aktionen, welche in der Praxis auch in einem ausgewachsenen Heimkino-Setup (mit einem Dutzend oder mehr beteiligter Geräte) wirklich gut funktionieren. Außerdem lässt sich die Logitech Harmony Ultimate One auch in ein bereits existierendes Harmony Hub-Setup erfreulich schnell und einfach integrieren, und anschließend parallel zu den bisherigen Fernbedienungen verwenden.

Auf der Soll-Seite befinden sich hingegen der eher träge Touch-Screen (zumindest im Vergleich mit aktuellen iPhones und iPads), eher schlecht erreichbare „Media Tasten“ (Pause, Play etc.) am oberen Rand der Ultimate One. Sowie unschöne Details wie die nur in bestimmten Aktionstypen verfügbaren Favoriten-Kanäle. Zudem ist die Harmony Ultimate One ein klein wenig langsamer beim Versenden ihrer Befehle über den Harmony Hub (ca. 3-4 Zehntel-Sekunden) als z.B. die kleine Smart Control Fernbedienung, welche sich im Lieferumfang des Smart Control Hubs befindet. Die Akkulaufzeit ist mit 1-3 Tagen (je nach Häufigkeit und Dauer der Nutzung, sowie abhängig von der eingestellten Display-Helligkeit) zwar im Rahmen im Vergleich mit heutigen Smartphones, aber somit auch kürzer als jene von anderen Universalfernbedienungen.


GetGeek-Fazit:

Mit der Harmony Ultimate One macht Logitech die meisten Dinge richtig, bleibt allerdings ein wenig den Nonplusultra-Ansatz schuldig, den man von einem solchen Modell eigentlich erwarten würde. Hier kostet vor allem das träge Touch-Display die Ultimate One eine bessere Wertung.

Unter dem Strich ist die Logitech Harmony Ultimate One in unseren Augen also ein eher zweischneidiges Schwert.

Einerseits bietet sie noch einmal mehr Komfort und Funktionen als z.B. die Smart Control Fernbedienung, andererseits rechtfertigt dies auch nicht wirklich den durchaus hohen Anschaffungspreis, welcher für Besitzer eines Smart Control Hubs ja noch einmal oben drauf kommt. Zudem machen die Harmony-Apps für Smartphone und Tablet einen tollen Job, und sind außerdem kostenfrei erhältlich (nutzbar bei Besitz eines Harmony Hubs, und eines Harmony-Accounts).

Bottom Line:

Wenn man sein Harmony Hub-Setup auf den maximalen Komfort samt schicker Herzeige-Universalfernbedienung upgraden möchte, dann kann man trotz der genannten Kritikpunkte auf jeden Fall zuschlagen und mit der Ultimate One glücklich werden.

Grundsätzlich fährt man im heimischen Wohnzimmer aber vor allem als „Normal-User“ bereits mit der Smart Control Remote und/oder den Harmony-Apps für Smartphone und Tablet sehr gut, und braucht die Ultimate One nicht zwingend, um sich das Leben auf der Couch leichter zu machen.

Zum Wertungskasten


PRO:

  • Einfache Einrichtung und Konfiguration
  • Komfortables Anlegen und Bearbeiten von Aktionen
  • Simple Integration in bestehende Harmony Hub-Setups
  • Design, Ergonomie und Verarbeitung top

CONTRA:

  • Eher träges Touch-Display
  • Teils ungünstige Anordnung der Tasten
  • Preis- / (Mehr)Leistungs-Verhältnis
  • Akkulaufzeit

Verfügbarkeit und Preis:

Die Logitech Harmony Ultimate One gibt es in vielen Computerfachgeschäften, sowie auch in Elektromärkten wie Saturn, Media Markt oder Expert. Oder auch bei Amazon.de.

Preislich sollte man im Normalfall von ca. 120 bis 150 EUR ausgehen.

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Alternativen bei den Universalfernbedienungen:

Logitech Harmony Elite – Touchscreen-FernbedienungLogitech Harmony Smart Control Hub + FernbedienungLogitech Harmony 950 – Touchscreen-Fernbedienung

Bildergalerie:

 

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